• Children Who Chase Stars
Mit Voices of a Distant Star hat sich Makoto Shinkai 2002 als junger Regisseur einen Namen gemacht. Mit dem halbstündigen Anime, den er mit einem Darlehen von Mangazoo ganz alleine produziert hat, etablierte Shinkai seinen erzähl- und visuellen Stil, den er in den darauf folgenden Langfilmen weiter entwickelte (The Place Promised in Our Early Days 2004 und 5 Centimeters Per Second 2007).
Sein neuster Film, Children Who Chase Stars oder Children Who Chase Lost Voices from Deep Below, wie der unglückliche offizielle Titel lautet, markiert eine Weiterentwicklung der Formel von Shinkais früheren Werken. Nach eigener Aussage hat Shinkai dabei zum ersten Mal richtig als Regisseur gearbeitet und verstanden, was Regisseur sein wirklich bedeutet.
• Fantoche 2011
Dieses Jahr war das Fantoche Festival für Animationsfilm in Baden für mich in doppelter Hinsicht ein Vergnügen: Nicht nur mag ich Festivals und besonders Animationsfilm-Festivals sondern wurde eines meiner Projekte dort ausgestellt. Nach der Abgabe der Version für die Ausstellung war das Fantoche auch eine Belohnung für zwei Monate intensiver Arbeit.
Neben dem stetig wachsenden Computerspiel-Schwerpunkt mit Ausstellungen und spannenden Präsentationen, den das Fantoche nun schon zum dritten Mal veranstaltet, freue ich mich immer auf die Langfilme, von denen in der Regel nur wenige bei uns regulär im Kino anlaufen. Dieses Jahr war für mich keiner darunter, den ich schon im Voraus sehnlichst erwartet hätte. Doch drei der Filme, die ich mit etwas zwiespältiger Vorfreude schauen gegangen bin, haben mich positiv überrascht.
Nachfolgend kurze Kritiken zu den vier Langspielfilmen, die ich am Fantoche zum ersten Mal gesehen habe: The Great Bear, Tatsumi, Le Chat du Rabbin und Une Vie de Chat.
• Die 20 besten japanischen Filme aus zwei Jahren
Dank dem Zürcher Filmpodium konnte ich 2006 bis 2010 eine ganze Reihe von Programmen mit japanischen Filmen sehen, die mein interesse am japanischen Kino geweckt und immer wieder bestätigt haben. Ausgehend von den Prgrammen “Hiroshi Shimizu” und “Neues japanisches Kino” 2005 über “Mikio Naruse” 2006, “Heinosuke Gosho” 2008 bis zum krönenden Abschluss mit “Nagisa Oshima” und “Hirokazu Kore-eda” 2010. Seither habe ich keine Gelegenheit verpasst und konnte in den letzten beiden Jahren über 100 japanische Filme sehen.
Darunter waren praktisch keine Fehltritte, einige lauwarme aber unterhaltende Filme und eine ganze Menge grossartiger Entdeckungen. Über Nagisa Oshima und Nobuhiro Yamashita habe ich an dieser Stelle schon geschrieben, hier geht es aber um die 20 grössten Highlights, welche ich in den letzten beiden Jahren gesehen habe. Die Auswahl ist natürlich höchst selektiv und spannt sich über mehr als 50 Jahre. Bei Gelegenheit werde ich vielleicht über die einzelnen Filme noch ausführlicher Berichten.
• Hayao Miyazaki und seine Nachfolge
Letztes Jahr lief The Borrower Arrietty in den Japanischen Kinos, läuft aktuell in Frankreich und wird hoffentlich auch im deutschen Sprachraum irgendwann anlaufen. Ein neuer Ghibli Film und ein neuer Eintrag in der schon mehr als zehn Jahre andauernden Geschichte um Hayao Miyazakis Suche nach einer geeigneten Nachfolge.
• Japanese Devils
Japanese Devils ist ein Dokumentarfilm von Minoru Matsui von 2001 und beinhaltet hauptsächlich Interviews mit Veteranen aus der Zeit des japanischen Imperialismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
In dieser Zeit hat Japan vor allem in China systematisch Kriegsverbrechen begannen, Millionen von unschuldigen Zivilisten ausgebeutet und getötet sowie verschiedene medizinische-, chemische und biologische Experimente an ihnen durchgeführt.
Der Dokumentarfilme sammelt die Aussagen von 14 Veteranen, die alle von einem Krieg berichten, der seinen Gegner jegliche Menschenrechte und -Würde abspricht und alles umbringt -egal ob Mann oder Frau, alt oder jung, Bauer oder Soldat.